Newsletter 2016-1

Strompreisentwicklung

Seit 2008 ist ein Rückgang der Strommarktpreise zu beobachten. Dafür verantwortlich sind eine geringere Nachfrage als angenommen, eine massive Ausweitung des Angebotes, aufgrund der Förderung der Erneuerbaren Energien, sowie tiefe Marktpreise der Primärenergieträger Öl und Kohle.

Seit 2008 kennen die Strompreise praktisch nur eine Richtung, nämlich die nach unten:

Die blaue Linie ist der Jahresdurchschnittspreis Spot Base (Marktpreise immer für den nächsten Tag). Die rote Linie ist der Terminpreis einer Jahresbandlieferung (8760h), jeweils für das nächste Jahr.

Die durchschnittlichen Gestehungskosten in der Schweiz liegen bei knapp 6 Rp./kWh. Dies heisst, dass "durchschnittliche" Produzenten seit ca. 2013 kein Geld mehr verdienen. Bedingt durch einen weiteren Preiszerfall bei Öl und Kohle sind auch die Preise im 2016 nochmals abgetaucht.

Die obigen Linien zeigen die Marktpreisentwicklung seit Februar 2016 für die Jahresbandlieferungen 2017, 2018 respektive 2019 in CHF/MWh.

Es macht nun den Eindruck, dass die Preise im März 2016 den Tiefpunkt erreicht haben und nun wieder steigen.

Zukünftige Preisentwicklung? 
Wir sehen die folgenden Faktoren als die wichtigsten für die zukünftige Preisentwicklung:

  • Zubau von Kraftwerken: Wir erwarten weiterhin einen Zubau von insbesondere subventionierten, erneuerbaren Kraftwerken. Das Tempo der letzten Jahre dürfte jedoch gedrosselt werden.
  • Stilllegung von Kraftwerken: Deutschland legt bis Ende 2022 die restlichen Kernkraftwerke still (wir gehen von 7 Kernkraftwerken aus). Zudem wurde als Klimakompromiss beschlossen, ab 2016 ein halbes Dutzend grosser Kohlekraftwerke in die Reserve einzuteilen (damit die Versorgungssicherheit nicht gefährdet wird). Ab 2020 müssen diese dann definitiv abgeschaltet werden.
  • CO2: Gewisse Politische Kreise versuchen seit längerem – bis jetzt aus Sicht SN Energie leider ohne Erfolg – den CO2-Markt zum Funktionieren zu bringen. Ziel wäre die Verteuerung der fossilen Energien und ein Abschalten der ineffizientesten Kraftwerke.

Fast alle der obigen Faktoren sind stark abhängig von politischen Entscheidungen. Zudem steht in der Schweiz am 27. November 2016 die Abstimmung zum geordneten Ausstieg aus der Atomenergie bevor. Ein Ja dazu hätte zur Folge, dass Mühleberg und Beznau 1 und 2 innert Jahresfrist, Gösgen bis 2024 und Leibstadt bis 2029 abgeschaltet werden müssten.

Wir erwarten nun, dass wir in den Jahren 2020 – 2022 wieder Marktpreise sehen werden, die im Bereich von 50 – 60 CHF/MWh respektive 5-6 Rp./kWh liegen. Wir rechnen aber mit weiterhin grosser Volatilität und Ausschlägen nach oben, aber auch nach unten. So kann es auch gut sein, dass wir sogar noch tiefere Preise als die von diesem März sehen werden.

Kraftwerk Doppelpower – Status

Die Vorbereitung beim Startschacht für den Gegenvortrieb ist nun soweit fortgeschritten, dass die ARGE Doppelpower, unter Federführung der Firma Rothpletz und Lienhard, mit der Baustelleninstallation beginnen konnte. Erste Erkundungsbohrungen wurden ab Mitte Juli erstellt und der Anstich, mit Beginn des Vortriebs, erfolgte am 9. August.

Um Synergien mit dem sich in der gleichen Zentrale befindlichen KW Seidendruckerei zu nutzen, wurde in der Zentrale die Turbine bereits installiert. Aktuell laufen weitere Fertigstellungsarbeiten. Läuft alles nach heutigem Plan, rechnen wir mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme der Anlage im Frühjahr 2018.

Ebenso konnte die Finanzierung mit den Banken und Aktionären definitiv sichergestellt wer-den. Am 12. Mai 2016 erfolgte die Aktienkapitalerhöhung über CHF 4 Mio. auf neu CHF 16 Mio. Die Partner SN Energie, TB Glarus Süd, EW Jona-Rapperswil und EW Wald zeichneten neue Aktien. Arbon Energie beschloss Ende Juni ebenfalls bei der AK-Erhöhung mitzumachen.

Mit der Erhöhung des Aktienkapitals auf CHF 16 Mio. ergeben sich folgende neue Beteiligungsverhältnisse:

SN Energie 58.56 %
Technische Betriebe Glarus Süd16.75 %
EW Jona Rapperswil10.00 %
Gemeinde St.Gallen4.69 %
Arbon Energie AG4.69 %
EW Wald AG5.31 %


Bei den Verhandlungen über die Verantwortlichkeiten betreffend des Abbruchs des Rohrvortriebes konnten wir uns bzgl. der Forderungen annähern. Wir sind zuversichtlich, eine aussergerichtliche Einigung erreichen zu können. 

Erneuerung Sekundärtechnik im UW Rorschach

Das UW Rorschach wurde 1995 zusammen mit den St. Galler Stadtwerken (sgsw) (Anteil 15 %) erstellt. Das Unterwerk diente der elektrischen Versorgung von Rorschach und dem Seewasserwerk Riet, der Wasserversorgung der Stadt St. Gallen. Zwischenzeitlich erfolgten im Raum Bodensee wesentliche Aus- und -Umbauten des Stromnetzes und das UW Rorschach dient nun, zusammen mit der TA Salwiese und dem PW Riet II, auch der elektrischen Versorgung von Arbon und Romanshorn.

Die Sekundärtechnik d.h. die Steuerung und die Schutzgeräte der Transformatoren, Schalter und angeschlossenen Leitungen, hat eine erwartete Lebensdauer von 15-20 Jahren. Vor dem Auslösen der Ersatzinvestition wurde, zusammen mit SAK, EKT und Axpo, eine übergeordnete Gesamtbeurteilung der Netze im Raum St. Gallen – Bodensee vorgenommen. Die Abklärungen haben gezeigt, dass es beträchtliches Potential gibt, mittelfristig die Netzstruktur zu vereinfachen. Da das Netz der Technischen Betriebe Rorschach (TBR) derzeit noch mit 10 kV betrieben wird, entschied man sich letztlich doch für eine Ersatzinvestition, da die Nutzung der Synergien mit den benachbarten Gemeinden erst bei einer einheitlichen Betriebsspannung von 20 kV möglich wird.

Im UW Rorschach konnten aber bereits zehn 12.5-kV-Felder demontiert werden, da diese von TBR und sgsw nicht mehr benötigt werden. Dies führte zu einer wesentlichen Vereinfachung auch für die Sekundärtechnikerneuerung. Da auch sgsw in ihren Unterwerken die Sekundärtechnik ersetzen muss, konnte man für das UW Rorschach von interessanten Synergien profitieren (z.B. tiefere Lieferantenpreise, Projekt-Know how etc.).

Nach einer umfangreichen Planung (Werksverträge, Pflichtenheft, ESTI-Bewilligung etc.) erfolgte am 21. September 2015, mit dem Umbau des 110-kV-Leitungsfeldes UW Ost, der eigentliche Start der Erneuerung. Die Arbeiten dauerten bis 18. März 2016. Dabei wurde auch noch eine Grossrevision der gesamten 110-kV-Anlage durchgeführt. Mit dem anschliessenden Rückbau der alten Schaltschränke wurde auch der Kommandoraum tüchtig „ausgeräumt“ und am 22. Juni 2016 konnte der Probebetrieb erfolgreich abgeschlossen werden.

Während des gesamten Umbaus wurde Rorschach ab der TA Salwiese via PW Riet II versorgt. Das Unterwerk konnte dadurch spannungsfrei geschaltet werden, was das Sicher-heitsdispositiv und insbesondere das Arbeiten an den Hochspannungsanlagen erheblich vereinfachte. Wir danken allen, die zur unfall- und störungsfreien Erneuerung der Sekundärtechnik beigetragen haben.

Cerreto: Neuer HelvelticWind Park in Italien

Der Kauf des Anfang 2016 in Betrieb gegangenen Windparks „Cerreto“ wurde im Mai erfolgreich vollzogen. Anders als bei bisherigen Akquisitionen der HelveticWind, wurde dabei kein bestehender Windpark erworben, sondern der fertig erstellte Windpark wurde dem Projektentwickler und Generalunternehmer Tozzi Sud abgekauft. Der Windpark befindet sich in der Nähe der Ortschaft Genzano di Lucania, in der Region Basilicata.

Cerreto verfügt über eine installierte Leistung von 16 MW, verteilt auf 5 Windturbinen à 3.2 MW. Die erwartete Produktion liegt, aufgrund der grossen Rotordurchmesser von 112 m, bei ca. 42 GWh, was gut 2‘600 Volllaststunden entspricht. HelveticWind hat sich für die getriebelose Siemenstechnologie entschieden (Turbinentyp SWT113), was auch bezüglich Unterhalt und Ausfall von teureren Grosskomponenten vorteilhaft ist.

Mit dem Projekt Cerreto wurde die Investitionsphase der Kooperation HelveticWind abgeschlossen und die Kooperation wird sich nun intensiv der weiteren Optimierung des Betriebs annehmen.

Die HelveticWind Italia Srl besitzt neben Cerreto den Windpark Eolo in Apulien. Die HelveticWind Deutschland GmbH, als zweite Gesellschaft der Kooperation, besitzt fünf Windparks in Deutschland. SNEE hält jeweils einen Anteil von 10.9 % an HelveticWind Italia und HelveticWind Deutschland.

Weitere Informationen unter www.snee.ch