Newsletter 2016-2

Beschaffung / Portfoliomanagement für EVU

Speziell für die Aktionärspartner der SN Energie wurde, zum gemeinsamen Verständnis, das Konzept Beschaffung / Portfoliomanagement für EVU erarbeitet. Mit der Marktöffnung und dem Modell 50/50 haben sich auch die Anforderungen an die Strombeschaffung der Aktionärspartner der SN Energie geändert.

Aktuelles Dokument "Beschaffung / Portfoliomanagement (PFM) für EVI der SN-Gruppe"

Aktuelles aus dem Markt / Kernkraftwerk Leibstatt (KKL)

Die Forward-Preise (Preise für Jahresprodukte der drei folgenden Jahre) erlebten ein turbulentes 2016. Die schon seit Jahren anhaltende Talfahrt der Preise erreichte im März den Tief- und Wendepunkt. Nach einem leichten Anstieg im Frühling, welcher v.a. durch die Preise der fossilen Energieträger verursacht wurde und einer ruhigen Phase im Sommer, schnellten ab September die Preise in die Höhe. Ausschlaggebend dafür waren, neben den weiterhin steigenden Preisen für fossile Energieträger, Hiobsbotschaften aus dem Kernkraftsektor. Zum einen wurde die Revisionszeit des KKL, aufgrund von Problemen mit den Brennstäben, um weitere rund 4 Monate verlängert – ursprünglich waren 4 Wochen Revision im August geplant, nun ist ein Wiederanfahren Mitte Februar 2017 vorgesehen. Zum anderen ist die Verfügbarkeit der Kernkraftwerke in Frankreich schwach. Einige Kernkraftwerke müssen ausserordentliche Prüfungen über sich ergehen lassen, da die Aufsichtsbehörde Unregelmässigkeiten bei der Fertigung, Dokumentation und Kontrolle feststellte. Dies alles führt, zusammen mit dem kälteren, trockenen und windarmen Wetter, zu einem deutlichen Anstieg im Kurzfristbereich, vor allem auch im ersten Quartal 2017. Der kurzfristige Ausfall des KKL verursachte auch bei SN eine grössere Shortposition, welche teils mit Speicherproduktion und teils mit zusätzlicher Beschaffung am Markt überbrückt werden musste. Je nach Preisentwicklung wird sich dieser Vorfall, verteilt auf zwei Jahre, mit rund CHF 3 - 5 Mio. negativ auf unser Ergebnis auswirken. Infolge milderer Temperaturen und grösserer Windaufkommen hat sich aktuell die Situation wieder beruhigt und auf einem höheren Niveau stabilisiert.

Energiestrategie 2050 / Kernenergie

Am 27. November wurde die Atomausstiegsinitiative mit 54.2% Nein-Stimmen deutlich abgelehnt. Werfen wir einen Blick auf die Gebiete, die mit Strom der SN Energie versorgt werden, ergibt sich folgendes Bild:

Mit St. Gallen und Rorschach gibt es doch zwei Gemeinden, mit einem Ja-Stimmen-Anteil von über 50%. Der Fahrplan für die Energiestrategie 2050 sieht wie folgt aus:

  • Eingabefrist für das Referendum 19. Januar 2017: Wir gehen davon aus, dass das Refe-rendum zu Stande kommt
  • Allfällige Volksabstimmung am 21. Mai 2017 Die Verordnungen werden von Februar bis Anfang Mai 2017 in Vernehmlassung gehen

Der Bundesrat verfolgt das Ziel, das erste Massnahmenpaket per 1. Januar 2018 in Kraft treten zu lassen.

Handel / Vertrieb

Der freie Markt bringt nicht nur Möglichkeiten neue Kunden zu gewinnen, sondern auch neue Aufgaben. Macht es Sinn, dass jedes EVU diese neuen Aufgaben in-house erledigt und entsprechendes Know-how aufbaut? Ist es nicht sinnvoller, diese neuen Aufgaben gebündelt an einem spezialisierten Ort abzuwickeln und sich als EVU auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren? Jeder macht das, was er am besten kann.

Die SN Energie als Produzent und Händler ist schon seit über 80 Jahren am Markt tätig und führt die, für die EVU neuen Tätigkeiten, selbst schon seit langer Zeit aus. Gerne machen wir dies auch als Dienstleister für Ihr EVU. Das aktuelle Dokument finden Sie hier

Aktuelles Dokument "Dienstleistungspaket der SN Energie AG"

Strategieprozess der SN Energie

Die aktuelle Strategie der SN Energie ist datiert mit März 2015. Wegen der tiefen Preise, dem hohen Anteil an Kunden, die vom Netzzugang Gebrauch machen, sowie der Energiestrategie 2050, die s.w. per 1. Januar 2018 in Kraft gesetzt wird, möchte der Verwaltungsrat die Strategie aktualisieren. Die Geschäftsleitung ist mitten in den Arbeiten und der Verwaltungsrat (VR) und die Fachkommission werden die überarbeiteten Strategischen Ziele im Januar 2017 an einem Workshop diskutieren. Es ist geplant, dass der VR die aktualisierte Strategie im März oder Juni 2017 genehmigen wird. Wer gute Ideen hat, teilt sie bitte SN mit.

Terravent akquiriert zweiten Windpark in Deutschland

Terravent konnte am 12. Oktober 2016 den Kauf eines zweiten Windparks in Deutschland vermelden. Lieskau III liegt im Landkreis Elbe-Elster, etwa 35 km südwestlich von Cottbus. Die sieben Windenergieanlagen vom Typ Vestas V126 stehen in einem Nutzwald, haben Turmhöhen von 137 m, Rotordurchmesser von 126 m sowie eine Nennleistung von jeweils 3.45 MW. Der Windpark, mit einer Gesamtleistung von 24.15 MW, ist seit Juni 2016 in Betrieb.

Mit dem Kauf von Lieskau III hat sich Terravent ebenfalls eine Option auf eine weitere Turbine an diesem Standort gesichert. Wenn alle Bewilligungsverfahren stehen und die WEA bis nächsten Sommer gebaut wird, dann wird Terravent diese Turbine, zusätzlich zu den sieben bestehenden, erwerben.

Die Beteiligungsgesellschaft verschiedener Schweizer Energieunternehmen betreibt 6 Wind-energieparks, mit insgesamt 43 Anlagen in Deutschland und Frankreich. Diese verfügen über eine installierte Leistung von 114.15 MW und ergeben einen jährlichen Stromertrag von 285 Millionen kWh, was dem Konsum von rund 70‘000 Haushalten entspricht.