Newsletter 2017-1

Energiestrategie 2050-Auswirkungen für die SN Energie

Das „Ja“ zur Energiestrategie hat zur Folge, dass es in der Schweiz keine neuen Kernkraftwerke mehr geben wird, dass mehr Geld für erneuerbare Energien zur Verfügung steht und dass es mehr dezentrale Kraftwerke geben wird. Wie wird aber die Stromversorgung im Winter zukünftig gewährleistet?

Am 21. Mai 2017 wurde das überarbeitete Energiegesetz (EnG) an der Urne mit 58.2 % angenommen.
Was bedeutet dies für SN Energie?

  1. Keine neuen Kernkraftwerke: Was de facto schon vor der Abstimmung galt, gilt jetzt auch de jure. Es wird einstweilen in der Schweiz keine neuen Kernkraftwerke mehr geben und die bisherigen können so lange betrieben werden, wie sie sicher sind oder bis die Betreiber sich aus wirtschaftlichen Überlegungen für eine Stilllegung entscheiden. So wurde für das Kernkraftwerk Mühleberg der Stilllegungsentscheid per Dezember 2019 getroffen. Beznau 1, der Axpo Power AG, ist seit März 2015 wegen Unregelmässigkeiten vom Netz. Der Termin für eine Wiederinbetriebnahme wird kontinuierlich nach hinten geschoben. Axpo rechnet gemäss der Transparenzplattform EEX mit einem Anfahrtermin per 30. Juni 2017. Das letzte Wort dazu hat aber das ENSI, die eidgenössische Nuklearsicherheits-
    behörde.

  2. Förderung der Erneuerbaren Energien: Gemäss EnG sollen die erneuerbaren Energien noch stärker als bis anhin gefördert werden. Dafür wurde der Deckel für die Förderung auf 2.3 Rp./kWh angehoben. Die Förderung soll marktgerechter ausgestaltet werden (Einmalzahlungen, Direktvermarktung) und nachdem sie bisher ausgeschlossen wurde, soll auch die Grosswasserkraft (Anlagen > 10 MW) von Subventionen profitieren können. Bei SN Energie erhoffen wir uns dadurch eine höhere Realisierungswahrscheinlichkeit für das Projekt Überleitung Lugnez, der KWZ. Der Bau von Anlagen zur Produktion von erneuerbarem Strom soll neu ab einer gewissen Anlagengrösse im "nationalen Interesse" sein. Damit werden sie dem Schutz gewisser Landschaften gleichgestellt und ermöglichen den zuständigen Behörden somit eine Interessensabwägung.

Fazit / Herausforderungen: Das neue Energiegesetz bietet der SN Energie einige Chancen. Auch wenn die definitiven Verordnungen noch ausstehend sind, gehen wir davon aus, dass gerade die Direktvermarktung oder die Flexibilisierung der Kraftwerke für uns Herausforderungen und Ertragsquellen darstellen. Uns ist jedoch noch nicht klar, wie langfristig die Versorgungssicherheit im Winter sichergestellt sein wird, ohne dass die Schweiz verstärkt vom Ausland abhängig ist. Hier wird die Politik gefordert sein, in einem weiteren Gesetzespaket ihre Vorstellungen kund zu tun.

Strommarkt-Monitor

Die beliebten Trade-Infos erhalten ein Upgrade. Mit dem Strommarkt-Monitor stehen am PC und auf mobilen Endgeräten jeweils die aktuellen Preisinformationen bereit. 

Jeden Freitag – und an stürmischen Börsentagen auch zwischendurch – werden von SN die Trade-Infos versendet. Nun wurde dieser Service ausgebaut und verbessert: Mit Unterstützung einer externen Unternehmung hat SN eine Web-Plattform, ein sogenanntes Dashboard geschaffen. Auf diesem Dashboard, dem Strommarkt-Monitor, werden jeweils die aktuellen Marktzahlen abgebildet und während den Börsenzeiten viertelstündlich aktualisiert. Der Strommarkt-Monitor kann dabei von einem Desktop, von einem Tablet oder von einem Smartphone (bei mobilen Geräten als APP) abgerufen werden. Durch das responsive Design ist gewährleistet, dass der Inhalt dem Gerät entsprechend optimiert angezeigt wird.

Wer möchte, erhält die Trade-Infos weiterhin jeweils freitags als pdf. Ein Blick in den Strommarkt-Monitor lohnt sich aber auf jeden Fall, da sich in diesem mehr Preisinformationen, als in den Trade-Infos, finden. So sind bspw. Preise von Primärenergieträgern (Kohle, Gas, Öl), CO2-Zertifikaten oder auch von Herkunftsnachweisen (HKN) ersichtlich. Sie haben mit dem Strommarkt-Monitor somit stets aktuelle Marktzahlen vor sich und können sowohl intern wie auch gegenüber Kunden oder Partnern kompetent Auskunft erteilen.

Der Strommarkt-Monitor findet sich unter folgendem Link.
https://strommarktmonitor.snenergie.ch

Ein individueller Zugang kann bei Markus Wüthrich, Handel & Vertrieb SN Energie, angefragt werden.
markus.wuethrichsnenergie.ch 

KEV-Direktvermarktung

Mit dem überarbeiteten Energiegesetz wird Anfang 2018 die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) durch das neue Einspeisevergütungssystem (EVS) abgelöst, dies gilt auch für Bestandsanlagen. Künftig sollen die Produzenten oder die Verteilnetzbetreiber direkt für die Vermarktung produzierter Energie zuständig sein. Grundsätzlich ist bei Bestandsanlagen der bisherige KEV-Ansatz garantiert, flexibel einsetzbare Anlagen können durch optimierte Produktion einen Mehrwert generieren. Indirekt betrifft dieser Systemwechsel auch die Subbilanzgruppe der SN Energie. Bezüglich der Umsetzung stehen wir in Kontakt mit Dritten und möchten, wenn die neuen Bestimmungen auf Verordnungsstufe (Energieförderungsverordnung EnFV) vorliegen, eine optimale Umsetzung der neuen Vorgaben vorantreiben. KEV-Analgenbesitzer oder Verteilnetzbetreiber können sich über weitere Details gerne bei unserem Energieverkehr informieren evsnenergie.ch. Quelle: www.flecopower.ch.

Im heutigen System der KEV erhalten Produzenten einen Fixpreis für ihren Strom, egal wann dieser erzeugt wird.

Zukünftig entscheidet der Einspeisezeitpunkt über den Verkaufspreis, eine zusätzliche Einspeiseprämie garantiert die Investitionssicherheit.

Es gibt zwei Modelle im Einspeisevergütungssystem, grössere Anlagen sind zukünftig für die Vermarktung ihres Stromes verantwortlich.

HiQ Energy AG

HiQ Energy AG ist eine 100%-Tochtergesellschaft der SN Energie AG. Sie ist eine klassische Contracting-Firma und produziert seit 2008 im Durschnitt jedes Jahr 5 GWh Strom und 5 GWh Wärme. Die Wärme wurde der Firma PetroplastVinora geliefert. Als Primärenergieträger wurde Biodiesel eingesetzt. Dieser wird in der Regel aus deklassierten Schlachtabfällen erzeugt. Da es sich um einen erneuerbaren Energieträger handelt, konnte dieser auch von der kostendeckenden Einspeisevergütung profitieren.

Die Firma PetroplastVinora hat per Mitte 2016 den Standort Andwil und per Ende 2016 den Standort Jona geschlossen, was für HiQ bedeutete, dass sie keinen Wärmeabnehmer mehr hatte. Gut, dass wir dieses Szenario vor dem Bau der Anlage antizipiert und in den Verträgen bereits beschrieben hatten. Dadurch war auch die finanzielle Abwicklung mit PetroplastVinora im Vorfeld geregelt.

In der fast 10-jährigen Geschichte der Anlage haben wir die Herausforderungen angenommen und konnten viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Diese werden uns von grossem Nutzen sein, wenn es im Rahmen der Energiestrategie 2050 gilt, als Ersatz der Kernkraftwerke zukünftig vermehrt kleinere, dezentrale Kraftwerke zu bauen.

Mutationen im Verwaltungsrat

An der Generalversammlung der SN Energie AG vom 18. Mai 2017 wurden drei neue Mitglieder in den Verwaltungsrat gewählt:

  • Evelyne Angehrn - Vertreterin des Aktionärs Politische Gemeinde St.Gallen
  • Felix Keller - Vertreter des Aktionärs Politische Gemeinde St. Gallen
  • Claudia Wohlfahrtstätter - Vertreterin des Aktionärs Elektrizitätswerk Jona Rapperswil AG

Wir gratulieren den neuen Verwaltungsräten zu ihrer Wahl und freuen uns auf eine gute und interessante Zusammenarbeit.

Aus dem Verwaltungsrat der SN Energie AG ausgeschieden sind:

  • Susanne Keller Schmid - Vertreterin des Aktionärs Politische Gemeinde St.Gallen (3 Jahre)
  • Philip Schneider - Vertreter des Aktionärs Politische Gemeinde St.Gallen (11 Jahre)
  • Ernst Gossweiler - Vertreter des Aktionärs Elektrizitätswerk Jona Rapperswil AG (18 Jahre)

Wir danken den ausgeschiedenen Verwaltungsräten für ihre Unterstützung und die ausgezeichnete Zusammenarbeit. 

Der Verwaltungsrat der SN Energie hat an seiner Sitzung vom 22. Juni 2017, Marco Letta, Unternehmensleiter der St.Galler Stadtwerke, zum Beisitzer gewählt. 

Wir gratulieren dem neuen Beisitzer zu seiner Wahl und wünschen ihm einen guten Start.