Newsletter 2017-2

Direktvermarktung

Die Direktvermarktung soll dazu dienen, die Produktion aus Neuen Erneuerbaren Energien besser im Markt integrieren zu können. Es soll ein Anreiz geschaffen werden, die Erzeugung stärker nach Markterfordernissen zu richten.

Merkmale der Direktvermarktung:

  • Die bisherige Verteilung der Energie über die Bilanzgruppe Erneuerbare Energie (BGEE) wird neu ausgeschrieben und beibehalten.
  • Die bisherige fixe Vergütung je erzeugter kWh entfällt.
  • Die Anlagenbetreiber müssen ab einer bestimmten Grösse den Strom selber vermarkten.
      - Bestehende KEV-Anlagen grösser 500 kW
      - Neue Anlagen grösser 100 kW
  • Zusätzlich zum Erlös aus dem Stromverbrauch erhalten die Produzenten eine technologie-spezifische Einspeiseprämie.
  • Der Produzent erhält ein Bewirtschaftungsentgelt, steht aber in der Pflicht, eine Prognose zu erstellen und untersteht dem Ausgleichenergierisiko.
  • Die neuen Regelungen treten für bestehende Anlagen ab 1. Januar 2020 in Kraft

SN Energie übernimmt in der Rolle des Dienstleisters sämtliche Aufgaben im Zusammenhang mit der Direktvermarktung und steht bei Fragen gerne zur Verfügung.

Neue Organisation

Geschätzte Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner

Per 1. Januar 2018 greift bei der SN Energie AG die Neuorganisation in den Bereichen Handel & Ver-
trieb
sowie Produktion wie folgt:

Die Mitarbeitenden am Standort Schwanden werden zwei Bereichen zugeordnet. Der Bereich „Produktion“ bleibt in der Verantwortung von Leo Meier. Ihm sind weiterhin die Bereiche „Technik“, „Hydroelectra“, „(Wasserkraft-) Projekte“ und das „Sekretariat“ unterstellt.

Der Bereich „Handel und Vertrieb“ wird neu von Adrian Inauen geführt. Dieser Bereich gliedert sich in die Abteilungen „Handel/Energieverkehr (EV)“, „Vertrieb“, „Marketing“ und „Produktmanagement“.

Die Leitung der weiterhin in Schwanden ansässigen Abteilung „Handel/EV“, übernimmt David Zanner, der „Vertrieb“ wird zukünftig von Heinrich Peng verantwortet und das „Marketing“ wird mit 40 % extern vergeben. 

Der Bereiche „Assets“ und die „Unternehmensentwicklung“ verbleiben wie bis anhin in der Verantwortung von Adrian Inauen. Allerdings wird die „Unternehmensentwicklung“ dem „Handel und Vertrieb“ unterstellt.

Das nachfolgende Organigramm gibt Ihnen einen Überblick. 

Wir sind überzeugt, mit der neuen Struktur die Bedürfnisse unserer Kunden besser zu erfassen und so effektiver und fokussierter Lösungen anbieten zu können. Die vielschichtigen Herausforderungen des sich wandelnden Strom- und Dienstleistungsmarkts, können wir mit den angepassten Prozessen und der neuen Struktur agiler und proaktiver anpacken.

Ich wünsche den Teams um Leo Meier und Adrian Inauen viel Erfolg in Ihren neuen Positionen und vielschichtigen Herausforderungen.

Herzlichen Dank auch Ihnen, geschätzte Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner, für Ihr bisheriges Vertrauen in unsere Leistungen. Ihre Zufriedenheit ist auch künftig unsere grösste Motivation.

Clemens Hasler
Geschäftsleiter

Strompreisentwicklung

Auf dem freien Strommarkt unterscheiden wir im Wesentlichen zwei Preis-/Produktkategorien. 1. die Spotpreise und 2. die Terminpreise.

1. Spotpreise: Die Spotpreise stellen jene Preise dar, mit denen Strom heute für morgen auf Stundenbasis gehandelt wird, also immer für den nächsten Tag. Man bezeichnet diesen Markt auch als «day ahead Markt». Diese Preise variieren von Stunde zu Stunde und innerhalb der Jahreszeiten sehr stark.

An der Strombörse EPEXSPOT sind die Preisunterschiede gut ersichtlich (vgl. Grafik unten). Dabei ist zu erkennen, dass im Januar 2017, als die Temperaturen sehr tief waren, die Preise massiv anstiegen und dass im Frühling, wenn die Nachfrage nach Strom sehr tief und das Angebot sehr hoch ist (Laufwasser und Photovoltaik), die Preise jeweils fallen.

Strompreisentwicklung in der Schweiz (stündliche Werte) 
Quelle: epexspot.com, abgerufen am 29.11.2017

Seit anfangs Dezember 2017 sind die Preise eher hoch. Dies kommt daher, dass das Kernkraftwerk Leibstadt ausserplanmässig nicht am Markt ist.

2. Terminpreise: Darunter verstehen wir Stromprodukte, die für zukünftige Zeitperioden gehandelt werden. Ein sehr beliebtes Produkt ist das «Jahresprodukt Base». Dazu werden v.a. noch die Produkte Quartal und Monat als Base (7x 24 Stunden) und Peak (nur Werktags 8 – 20 Uhr) gehandelt. Je näher der Erfüllungszeitpunkt kommt, desto liquider ist der Markt. Für die kommenden drei Jahre sind in der Schweiz bei den Quartalsprodukten in der Regel für die nächsten vier Quartale und bei den Monatspro-
dukten für die folgenden 3 – 6 Monate Käufe möglich. Aus Sicht der Stromproduzenten, wie z.B. die
SN Energie, hat sich der Preis in den letzten Monaten sehr erfreulich entwickelt. So sind wir mit den Terminmarktpreisen schon fast wieder bei den durchschnittlichen Gestehungskosten der SN angelangt.

Entwicklung der Jahresprodukte Base 2018, 2019 und 2020
Quelle: Strommarktmonitor der SN Energie, abgerufen am 29.11.2017

KWM Kraftwerk Mühlebach AG

Unter Federführung der SN Energie realisiert die KWM Kraftwerk Mühlebach AG (KWM) das Kraftwerk am Unteren Mühlebach. SN ist mit 42.5 % an der KWM beteiligt, zusammen mit der Weseta 42.5 % und der Gemeinde Glarus Süd 15.0 %.

Eckdaten des Projektes:

Ausbauwassermenge:1.8 m3/Sek
Turbinenleistung:500 kW
Jahresproduktion:ca. 2‘000‘000 kWh
Gefälle:           40 m
Gewässer: Mühlebach 
Turbinen Typ:Durchström-Turbine, Fabrikat Ossberger
Druckleitung:Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK)
Durchmesser 1m
Länge rund 800 m

Der Landrat des Kantons Glarus hat am 23. November 2016 die Konzession zur Nutzung des „Unteren Mühlebachs“ genehmigt und im Sommer 2017 erhielten ist die Bewilligung für den Bau des Kraftwerks eingegangen.

Das Betriebswasser wird direkt im Unterwasserkanal der Oberliegerkraftwerke der KWM und der Weseta Kraftwerke gefasst. Hierfür wurden bereits beim Bau der KWM im Jahre 2009 erste Vorkehrungen getroffen. Über eine rund 800 m lange, im Boden verlegte Druckleitung wird das Wasser zum Turbinenhaus beim Ausgleichbecken der SN Energie geleitet. Nach der Turbinierung erfolgt die Einleitung des Wassers direkt in das Ausgleichsbecken. Da das Wasser bereits gereinigt und entsandet ist, kann mit dieser Anordnung auf eine aufwändige Wasserfassung verzichtet werden. 

Unmittelbar nach Eingang der Baubewilligung konnte im Juni mit dem Bau der Druckleitung begonnen werden. Die Arbeiten schreiten plangemäss voran, sodass wir voraussichtlich im Januar 2018 mit der Anlage ans Netz gehen können.

Gemäss Konzession sind wir verpflichtet, eine Fläche von 300 m2 naturnahem Lebensraum wiederherzustellen. Dabei handelt es sich um eine Ausweitung des Sernf im Bereich östlich der Zentrale der SN Energie in Schwanden und die Erstellung eines Biotops im Gebiet der Zufahrt zum Landesplattenberg in Engi.