Newsletter 2018-1

Strompreisentwicklung

Die Strommarktpreise haben sich aus Sicht SN Energie in den letzten Monaten sehr erfreulich entwickelt und liegen nun wieder über dem Aktionärspreis der SN Energie. Die Gründe für diese Preissteigerung sind:

  • Preissteigerung der fossilen Energieträger
  • Abschaltungen von Kraftwerken, insbesondere Kern- und Kohlekraftwerke
  • Eurokurs

Diese haben zur Folge, dass die Terminpreise seit Februar 2018 um über 10 CHF/MWh gestiegen sind.

Im Vergleich dazu, der tiefste in den letzten Jahren gehandelte Terminpreis: Der durchschnittliche Terminpreis im Jahr 2015 für das Jahr 2016 betrug knapp 36 CHF/MWh.

Was in diesem Zusammenhang bemerkenswert ist, ist das Auseinanderdriften der Preise zwischen Sommer (Q2 – April, Mai, Juni; Q3 – Juli, August, September) und Winter (Q1 – Januar, Februar, März;
Q4 – Oktober, November, Dezember). Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Energiewende vor allem in den (kalten) Wintermonaten eine grosse Herausforderung wird. Speziell in der Schweiz ist keine Technologie in Sicht, die als Ersatz für die Kernenergie eine gesellschaftliche Akzeptanz aufweist.

Vertrieb ist auf Kurs

Geschätzte Partner, Kunden und Mitarbeiter

Die Mitte 2017 angestossene Umstrukturierung des Vertriebs ist seit dem 1. Januar 2018 operativ aktiv. Das Zwischenfazit nach 6 Monaten kann aus unserer Sicht positiv beurteilt werden. Heinrich Peng (Senior Vertriebsmanager) ist wie geplant oft unterwegs und kann seine vielen Kontakte und Beziehungen zu Betriebsleitern aus seiner Zeit beim VSE optimal nutzen und so auch Dritten die SN Energie und ihre Dienstleistungen vorstellen. Insbesondere der Strommarktmonitor und der automatische Preisrechner stossen dabei auf grosses Interesse und konnten bereits mehrfach verkauft werden. Auch bei unseren A-Kunden, den Aktionärswerken, sind wir unterdessen noch präsenter. Sei es um Themen zu erläutern oder Fragen in der engen Zusammenarbeit der Aktionärspartnerschaft zu klären oder um neue aufzunehmen. Aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Portfoliomanagement. Diese Dienstleistung soll unseren Partnern eine signifikante Entlastung bringen. Zusammen mit Livio Badilatti (Unternehmensentwicklung) wird derzeit auch ein Online-Tool fürs Portfoliomanagement entwickelt. Für die ab 2019 kommende Direktvermarktung haben wir ein interessantes Produkt entwickelt. Schwierig ist nach wie vor der Stromverkauf an Dritte. Trotz Anpassungen und Lockerung des restriktiven Risikomanagements (eigenes Buch-Vertrieb* und Möglichkeit, Positionen innerhalb von Limiten offen zu lassen) konnte ein Energiegeschäft gewonnen werden. Der Markt ist sehr schwierig, da fast immer einer der Mitbewerber ein aggressives Angebot platziert und den Zuschlag erhält.

Solange wir jedoch den Strom im Handel mit weniger Gegenpartei-Risiken absetzen können, sind wir nicht bereit noch zusätzliche Preisrisiken einzugehen, insbesondere nicht bei der aktuellen Tendenz steigender Preise. Neben der Frontarbeit wird in enger Zusammenarbeit mit dem Handel / EV auch intern optimiert. Dies mit dem Ziel, die Prozesse effizienter zu gestalten und die Digitalisierung voran zu treiben. Der Start war erfolgreich. Dies verdanken wir auch unseren Aktionärswerken, die uns täglich fordern und uns wettbewerbsfähig halten.

Herzlichen Dank.

Adrian Inauen, Leiter Assets, Handel und Vertrieb

* Im „Buch-Vertrieb“ werden Strom-Käufe- und -Verkäufe des Vertriebs separat geführt und mittels einer eigenen Limite für offenen Positionen überwacht. Erst nach Schliessung der Position werden sie ins „Buch-Handel“ überführt, welches die „herkömmlichen“ Positionen der Strom-Beschaffung und des Strom-Absatzes der SN beinhaltet

KWD Kraftwerk Doppelpower

Eine der grössten Herausforderungen für die SN Energie Gruppe bildet derzeit der Bau des Kraftwerks Doppelpower. Der Grund liegt in einer sehr schlechten Geologie, welche dazu führt, dass die Kosten deutlich über den ursprünglichen Prognosen liegen. Die Verwaltungsräte der KWD, der SN Energie und der anderen Aktionäre der KWD, haben in den letzten Monaten intensiv an Lösungen gearbeitet. Es sieht derzeit danach aus, dass SN Energie die noch notwendigen Mittel zur Fertigstellung des Stollens einschiessen wird. Die Banken sind mit unseren Massnahmen einverstanden und unterstützen uns. Stand 30. Juni wurden 1‘530 m Stollen erstellt und es fehlen lediglich noch rund 170 m.

KW Unterer Mühlebach

Nach rund 8-jähriger Planungs- und Bewilligungsphase und 8-monatiger Bauzeit, konnte das Kraftwerk am unteren Mühlebach Mitte Januar erstmals ans Netz geschaltet werden. Die Anlage verbindet das im Jahre 2009 erstellte Kraftwerk Mühlbach mit einem Bruttogefälle von 42 m sowie die Anlage Engi Vorderdorf der Weseta Kraftwerke, mit dem Ausgleichbecken der SN Energie. Das bereits gereinigte Wasser wird ohne Rückgabe in den Bach direkt wieder gefasst und ebenfalls ohne Rückgabe in den Sernf, nach der Turbinierung, ins Ausgleichbecken geleitet. Nach letzten Fertigstellungsarbeiten von Ersatzmassnahmen wird das Projekt im Verlaufe des Sommers abgeschlossen werden.

Technische Daten:

Eigentümer:KWM Kraftwerk Mühlebach AG
(SN 42.5 %; Weseta KW 42.5 %; Glarus Süd 15 %)
Gefälle:  42 m
Druckleitung:DN 1‘000 mm, Länge 800 m
Ausbauwassermenge:1.6 m3/Sek
Leistung max. 525 kW 
Jahresproduktion:2‘000 MWh
Investitionssumme:CHF 3.0 Mio.