Newsletter 2018-2

Strompreisentwicklung und Vernehmlassung Revision StromVG

Im letzten Jahr haben wir eine schon fast dramatische Entwicklung der Strompreise auf den Grosshandelsmärkten und Börsen gesehen. So konnte im Februar 2018 ein Band für das Jahr 2019 für unter 43 CHF/MWh (4.3 Rp./kWh) beschafft werden. Der Höchststand war Ende September für über 70 CHF/MWh (7.0 Rp./kWh). Gerade für SN ist dies erfreulich, weil dadurch unsere Produktionsanlagen und Beteiligungen deutlich an Wert zugelegt haben. Bei diesen Preisschwankungen ist auch für unsere Aktionärspartner ein zielgerichtetes Portfoliomanagement unabdingbar.

Revision StromVG
Der Bundesrat hat die Revision des Stromversorgungsgesetzes (StromVG) in die Vernehmlassung gegeben. Diese dauert bis zum 31. Januar 2019. Die wichtigsten Eckpunkte:

  • Vollständige Öffnung des Strommarkts: Alle Verbraucher sollen den Stromlieferanten frei wählen können, also auch Haushaltskunden. Beim Termin schweigt sich der Bundesrat noch aus; es könnte jedoch der 1. Januar 2023 sein.
  • Erneuerbarer Schweizer Strom für die Grundversorgung: Wer nicht am Markt partizipieren möchte, kann in der Grundversorgung bleiben. Dies beinhaltet standardmässig Strom aus der Schweiz, mit einem Mindestanteil an erneuerbarer Energie. Mit dieser Massnahme möchte der Bundesrat die Wasserkraft stützen.
  • Speicherreserve als Energieversicherung: Um die Stromversorgung auch in langen, kalten Wintern sicherstellen zu können, schlägt der Bundesrat im Sinne einer Energiereserve die Einführung von Speicherreserven vor. Diese sollen über Ausschreibeverfahren ermittelt werden.
  • Weitere Elemente: Abgerundet wird der Revisionsentwurf durch Anreize für eine Optimale Netznutzung, durch Anreize zur Verfügungsstellung und Abgeltung von Flexibilität, einer Sunshine-Regulierung im Netz sowie der Wahlfreiheit im Messwesen.

Wir sind gespannt, was nach der Vernehmlassung und der Beratung im Parlament noch alles in der revidierten Form des Gesetzes enthalten sein wird.

FÜR ERFOLGREICHE EVU SCHON KEIN GEHEIMNIS MEHR

Am 18. Oktober 2018 konnten wir Ihnen, unseren Kunden und Partnern – anlässlich des OLMA-Events – die neue Plattform «www.evu-solutions.ch» vorstellen. Sie beinhaltet einerseits einen allgemein zugänglichen Teil, ein sogenanntes „Dashboard“ mit kostenlosen Informationen und Marketingunterlagen, andererseits befindet sich auf der Plattform der Passwortgeschützte Zugang zu unseren Dienstleistungstools

Der Dashboard-Teil liefert kostenlos wichtige tägliche Preise, Zahlen und Informationen für jedermann, damit Sie rasch und einfach einen ersten Überblick haben.

Der Marketing-Teil „Clevere Lösungen für EVUs“ bietet Informationen rund um unsere Dienstleistungen und die SN Energie, falls Sie diese noch nicht so gut kennen.

Über einen zentralen „Login-Button“ haben die „User“ unserer Dienstleistungs-Tools einen zentralen Zugang zu den wichtigsten APPs wie dem Strommarktmonitor (SMM), dem Automatischen Preisrechner (APR), dem Online-Portfoliomanagement (PFM) etc.

Seit der OLMA waren wir nicht untätig, sondern haben einige der angekündigten Anpassungen und Weiterentwicklungen implementiert sowie die Plattform und die APPs an 2 Workshops den interessierten „Usern“ vorgestellt und erläutert.

Die Plattform www.evu-solutions.ch, die APPs wie auch das Dienstleistungsangebot werden laufend weiterentwickelt, um Sie, unsere Partner und Kunden, weiterhin möglichst optimal unterstützen zu können. Egal ob Sie Kunde, Betriebs- oder Abteilungsleiter/in, Mitarbeiter/in, Verkäufer/in oder Power-User unserer Tools/APPs sind, speichern Sie www.evu-solutions.ch in Ihren Favoriten ab, um rasch einen Überblick zu haben oder zentral in die APPs einsteigen zu können.

Für Fragen stehen Ihnen Heinrich Peng (noch bis Mitte Januar 2018) und Livio Badilatti gerne zur Verfügung.

KW GRAFENAU - VORPROJEKT BIS ZUR BEWILLIGUNG

Aufgrund von verschiedenen grösseren Hochwasserereignissen bei der alten Wehranlage im Gebiet Rechen/Grafenau an der Sitter, aus denen ein Versagen des Dammes resultieren hätte können, haben die Stadt St.Gallen und die Kraftwerk Burentobel AG (KWB) beschlossen, das Wehr zu sanieren und in diesem Zusammenhang ein neues Kleinwasserkraftwerk zu erstellen. Basierend auf dem Energiekonzept 2050 wurde im Dezember 2008 die Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie für ein neues Kleinwasserkraftwerk „Grafenau“ in Auftrag gegeben. Nach Prüfung der Machbarkeit und unter Beizug aller Interessensvertreter erfolgte die Ausarbeitung des Konzessionsgesuchs, welches im August 2010 bei Stadt und Kanton St. Gallen eingereicht werden konnte.

Beschreibung der Anlage
Das neue Kraftwerk ist als Laufkraftwerk ohne Restwasserstrecke, mit Wehrklappe und Restwasserdotierung konzipiert:

Gewässer:Sitter
Einzugsgebiet:261km2
Bruttogefälle:3.75 m
Bruttoleistung:           379 kW
Ausbauwassermenge: 11.3 m3/Sek
Dotierwassermenge:350 l/Sek
Jahresproduktion:1.5 Mio. kWh
Turbinentyp:Doppeltregulierte Kaplanturbine
Konzessionsdauer:60 Jahre
Investionssumme:rund CHF 5 Mio

Die Ausarbeitung einer zufriedenstellenden Lösung, im Dialog mit den Umweltorganisationen und weiteren Anspruchsgruppen, hatte einige Zeit in Anspruch genommen und führte, mit der Erteilung der Konzession am 2. August 2016, durch das Baudepartement des Kantons St. Gallen, zu einem wesentlichen Meilenstein. Direkt anschliessend erteilte die Stadt St. Gallen der KWB im September 2016 die Baubewilligung mit verschiedenen Auflagen, insbesondere Renaturierungsmassnahmen entlang der Sitter, welche nochmals den Behörden zur Bewilligung vorzulegen waren. 

Diese Massnahmen führten nochmals zu intensiven Verhandlungen mit Behörden, Anspruchsgruppen (Openair Gelände) sowie Vertretern der Umweltverbände und ergaben letztlich den Konsens für die auszuführenden Massnahmen.

Ersatzmassnahmen, Fischauf- und abstieg
Um dem Lebensraum für Fische und Amphibien gerecht zu werden, wurden sechs ökologische Ersatzmassnahmen ausgearbeitet:

  • Sechs Lenkbuhnen wurden erstellt. Diese „Strömungsrichter“ ermöglichen eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Fischfauna.
  • Durch zwei neue Laichgewässer und andere bauliche Massnahmen wurde natürlicher Lebensraum für die Amphibien geschaffen.
  • Da die Offenlegung des Billenbergbachs und der Flutmulde Sittertal das Open Air Gelände tangieren, musste in diesem Fall ein Konsens zwischen dem Kraftwerksbau und der Open Air Veranstaltung gefunden werden.
  • Die durch ökologische Ersatzmassnahmen verlorengegangene Fläche auf dem Open Air Gelände, wurde durch die Schaffung eines neuen Helferzeltpatzes kompensiert.
  • Als gesetzliche Auflage musste im Rahmen des Projekts auch sichergestellt werden, dass die Fische trotz der Wasserfassung die Wehranlage beim Kraftwerksbetrieb passieren können. Dies wurde mit einem sog. Technischen Fischpass sichergestellt.
  • Die Abstiegsmöglichkeit für die Fische wurde konstruktiv mit der Rechenanlage, ebenfalls gemäss den gesetzlichen Auflagen, sichergestellt.

Bauablauf
Mit dem Bau konnte im August 2017 begonnen werden. Als grösste Herausforderung für Planer und Unternehmer können die Arbeiten im Gewässer bezeichnet werden. Einerseits galt es die verschiedenen Baumwerke vom Wasser abzuschotten und andererseits auch genügend Reserve für allfällige Hochwasser sicherzustellen. Dank sehr gutem Einsatz aller Projektbeteiligten konnte innert Jahresfrist ein herausforderndes Bauwerk erstellt und mit der Installation von Maschinenausrüstung, Stahlwasserbau und elektrische Verkabelung Ende Oktober abgeschlossen werden.

Parallel mit den Haupttätigkeiten wurden auch die verschiedenen Ersatzmassnahmen entlang der Sitter ausgeführt. Diese Tätigkeiten wurden durch erfahrene Umwelt- und Bodenbauexperten begleitet und von den Behörden überprüft.

Gute Wetterbedingungen unterstützten das Projekt in terminlicher Hinsicht. Mit einer Bauzeit von rund einem Jahr wurden die Erwartungen der Bauherren erfüllt.

Sehr erfreut dürfen wir auf eine unfallfreie Bauzeit zurückblicken. Allen am Bau beteiligten sei hierfür ein grosses Lob ausgesprochen.

Inbetriebnahme und Produktivstart
Etwas zu zaghaft zeigte sich Petrus mit den Niederschlägen während der Inbetriebsetzung. Eine kurze Niederschlagsperiode Ende September 2018 konnte dazu genutzt werden, die Anlage erfolgreich ans Netz zu nehmen und die Funktionalität zu prüfen. Die wieder zurückgehenden Zuflüsse zwangen die Verantwortlichen jedoch, nach rund 10 Tagen Probebetrieb, den Betrieb wieder einzustellen und die Anlage abzuschalten. Trotzdem können wir auf eine interessante Bautätigkeit mit motivierten Beteiligten zurückblicken und hoffen auf einen erfolgreichen Betrieb über die nächsten 60 Jahre.

Personelles

Heinrich Peng verlässt uns nach sechsjähriger Tätigkeit per 31. Januar 2019. Heinrich Peng hatte anfänglich die Aufgabe als Kraftwerk-Portfoliomanager und Stromhändler am Standort Schwanden übernommen. Er hat den Energieverkehr und den Vertrieb stetig weiterentwickelt und sich für den Aufbau und die Leitung der Vertriebskommission stark eingesetzt. Anfang 2015 wurde Heinrich Peng zum Leiter Handel und Vertrieb ernannt. Seit Anfang 2018 leitete er die neue Abteilung Vertrieb mit grossem Engagement und Kompetenz.

Wir danken Heinrich Peng für seinen Einsatz und die wertvolle Arbeit und wünschen ihm für die weitere berufliche und persönliche Zukunft alles Gute.

Zur Verstärkung unseres Teams in der Instandhaltung konnten wir Lukas Menzi und Norman Scheidecker gewinnen; beide Mitarbeiter haben ihre Arbeit am 1. November 2018 am Standort Schwanden aufgenommen. Wir heissen die neuen Mitarbeiter herzlich willkommen und freuen uns auf eine erfolgreiche und gute Zusammenarbeit. 

Es freut uns zudem, fünf Mitarbeitenden zu ihrem Dienstjubiläum im laufenden Jahr gratulieren zu dürfen: 

  • Markus Wüthrich und Mischa Thurnherr 20 Jahre
  • Claudia Wielander, Roland Bantli und Sigrid Schädler 10 Jahre. 

Ihre Erfahrungen und ihr Engagement sind für unser Unternehmen sehr wertvoll und wichtig. Wir danken allen ganz herzlich für die langjährige Treue. Für die Zukunft wünschen wir ihnen weiterhin viel Erfolg und Freude bei der Arbeit und im Team der SN Energie.