Doppelpower

Nach 5-jähriger Bauzeit konnte die Stollenverbindung zwischen der Wasserfassung in Schwanden und der Zentrale in Schwanden erstellt werden. Am Dienstag, 21. Mai, wurde der letzte Teil der seit drei Jahren im Berg steckengebliebenen Tunnelbohrmaschine (TBM) geborgen und abtransportiert. Ein wesentlicher Meilenstein im Projekt Doppelpower konnte somit nach langer Durststrecke und mit grosser Anstrengung zur Bewältigung der Geologie erreicht werden. Laufen die nächsten Phasen nach Plan, soll die Anlage noch in diesem Jahr erstmals Strom aus den erneuerbaren Quellen vom Einzugsgebiet des Sernf und des Niederenbachs produzieren.

Nach Erteilung der Konzession 2011 und der Baubewilligung 2013, wurden die Bauarbeiten rasch vorangetrieben. Die TBM nahm im April 2014 ihre Arbeit auf und der Rohrstrang wurde von Mitlödi her rund 1.3 km im Berg vorangetrieben. Dabei ergaben sich insbesondere auf den letzten rund 100 Metern beim Rohrvortrieb zunehmend Schwierigkeiten, bis sich der Rohrstrang im Juli 2015, auch mit Pressenkräften bis zu 3‘000 Tonnen, nicht mehr fortbewegen liess. Eine Kombination aus Wasser und schwierigem Gestein, jedoch nicht der ursprünglich angenommene Felssturzkegel, zwangen die Projektverantwortlichen zur Kapitulation. Es mussten neue Möglichkeiten gesucht werden, um die verbleibende 400 m Reststrecke bis zum Kraftwerk der SN Energie in Schwanden fertigstellen zu können.

Im August 2015 wurde, nach intensiver Planungsphase, mit dem bergmännischen Gegenvortrieb begonnen, welcher vorsah, einen Stollen mit leicht grösserem Durchmesser als die TBM zu erstellen, diese zu bergen und anschliessend die bereits vorgefertigten Rohre in den Stollen zu schieben sowie den Hohlraum zu verfüllen. Eine extrem schwierige Geologie, bestehend aus Schwemmablagerungen, Kies, Flyschfels und verschiedenen Wasseraufstössen, forderten die Beteiligten nochmals aufs Äusserste, musste doch mit dem Vorgehen eines offenen Vortriebs auch der Personensicherheit der Untertagearbeitenden Mineure grosse Beachtung geschenkt werden. Mit dem Erreichen des Fräsrades am 26. März 2019 stellte sich bei allen Beteiligten eine erste grosse Erleichterung ein, welche mit der Bergung der Maschine nun seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte.

Vor uns stehen noch umfangreiche Fertigstellungsarbeiten, bis in rund 6 Monaten mit der Inbetriebsetzung begonnen werden kann.

Trotz massiver Mehrkosten ist die KWD Kraftwerk Doppelpower AG überzeugt, eine vor allem langfristig sinnvolle und gute Investition aus erneuerbarer Energiequelle getätigt zu haben.